Mittwoch, 23. Januar 2013

Bus

Der gestrige Tag stand ganz im Zeichen des Reisens. Pünktlich brachte uns das Taxi zur etwas ausserhalb von Thakhek liegenden Busstation. Wie am Abend vorher mit dem Schalterbeamten vereinbart, wollten wir ein Ticket nach Pakse kaufen, für den Expressbus um 0830.
Der lakonische Bescheid auf den Ticketwunsch: "No Bus!"
Kein Bus? Was heisst das, was ist gemeint? Fährt an diesem Tag überhaupt kein Bus?
Nein, nur der gewünschte VIP-Bus fiel aus, so dass wir uns Tickets für den 10.30-Uhr-Bus kaufen konnten. Als der Bus dann fünf Minuten zu früh abfuhr, war er schon proppevoll. Aber das heisst in Laos nicht, dass da potentielle Fahrgäste am Strassenrand stehen gelassen würden. Nein. Wozu gibt es denn in jedem Bus niedrige Plastikschemelchen? Diese "Hockerli" wurden nun im Gang verteilt und schliesslich verfügten alle Fahrgäste über einen Sitzplatz. Auf dem Dach des Busses wurden zwei Motorräder mitgeführt und riesige Ballen festgezurrt. Offizielle Reisedauer für die knapp 300 km: 8 Stunden. Effektive Dauer: 9,5 h. Natürlich gab es ab und an mal einen Boxenstopp, denn der Bus war nicht mit einem WC ausgerüstet. Essen wurde da jeweils verkauft. Für Laoten sah das ungefähr so aus:



 Das sind Fröschlispiessli.


Wasser kann auch fein sein...

Montag, 21. Januar 2013

Konglor-Höhlen

Beeindruckend der heutige Ausflug zu den Konglor-Höhlen, 196 km von Thakhek entfernt. Das bedeutet drei Stunden Hin- und drei Stunden Rückfahrt. Zum Glück hat sich das gelohnt. Schon die Fahrt alleine bietet landschaftliche Höhepunkte - aber auch Tausende von Schlaglöchern...




Die Höhle ist gigantisch, man fährt mit dem Boot rein, einem Kapitän und einem Führer und Stirnlampen, denn die Höhle ist nur an den wenigsten Stellen beleuchtet. Aber wo angeleuchtet wird, sind die Stalaktiten und Stalagmiten sensationell schön! Wie war das jetzt wieder: Hängen die Stalagmiten runter und die anderen wachsen an die Decke? Oder war es umgekehrt. Hier ein paar Eselsbrücken.

Der Eingang

Fahrt in die Dunkelheit

Stala...?





Die Guides mussten wegen des tiefen Wasserstandes zum Teil Schwerarbeit leisten

Aber dann war doch wieder Licht am Ende des Tunnels


Und zum Schluss, ganz modisch: Junge Laotin mit Kind und Schirm.



Sonntag, 20. Januar 2013

Silberrücken gelten hier was!


Tja, man merkt, dass man älter wird, wenn die Grossmutter auf der Strasse auf einen zeigt und ihrer etwa vierjährigen Enkelin beibringt, dass das Alter zu ehren sei und die Kleine dann tatsächlich brav vor den Silberrücken hinsteht, die Hände faltet, den Kopf neigt und Sabaydee sagt.
Das ist mir hier in Laos übrigens schon mehr als einmal passiert...

Nun gut, sowas bringt mich (hoffentlich) noch nicht ins Grab. Zudem treten dabei auch positive Aspekte zutage: Im Bus findet sich immer jemand, der mir einen Sitzplatz anbietet.

Samstag, 19. Januar 2013

Ist man Mllionär, ist man wer...

Und ich bin wer! Heute wurde ich zum zweieinhalbfachen Millionär - einfach so! Zweieinhalb Millionen sehen etwa so aus:


Ein Zoomblick zeigt das:


Mit diesen beiden Noten habe ich einen finnischen Bekannten zu einem tollen Abendessen eingeladen – mit allem Drum und Dran!

Wer auch mal gern Multimillionär wär', begebe sich nach Laos und wechsle dort 280 Schweizer Franken.

Und dann gab es heute Abend in Vientane ein sehr seltenes Naturereignis zu bestaunen:
























...einen Sonnenuntergang!




Freitag, 18. Januar 2013

Tschüss Bangkok, Grüezi Vientiane

Meine vor 10 Tagen gekaufte Swatch hat den Geist aufgegeben. Die Schweizer Uhren sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Halb so tragisch, wer braucht denn schon in den Ferien eine Uhr?

Lieber erfreue ich mich an der letzten "gesunden"Mode in Bangkok. Überall wird frischer Granatapfelsaft angeboten. Richtig schön nicht?


Und dann wird gebaut hier -wie immer. Auch wenn man es nicht so gut erkennen kann: Frauen auf dem Bau sind weit verbreitet. Und Handarbeit ist auch bei den höchsten Wolkenkratzern angesagt.



Nachdem ich meinen vorerst letzten Tag Bangkok mit netten Beobachtungen, einem erfrischenden Plausch im Pool und einer unglaublich entspannenden Schulter-Kopf- und Fussmassage sehr angenehm verbracht hatte, wartete ich auf den Nachtzug nach Nong Khai.

Nach dem Abendessen im Bahnhof is er da, dea Bayer, a Uahviech, dessen lange speckige Haare von einem japanischen Kamikazestirnband (ja, das mit dem roten Punkt, der roten Sonne Nippons) gehindert werden, in den chronisch offenen Mund zu fallen.
Ich sitze zwar fünf Tische weiter, aber ich kann nicht verhindern, seinen Ausführungen folgen zu müssen. Es ist unglaublich, übernatürlich, unheimlich und einschüchternd: Der Bayer hat die Lösung  für jedes Problem auf dieser Welt! Und anstatt diese Rede vor der Uno-Vollversammlung zu halten, verklickert er diese tiefen Wahrheiten einem zufällig am selben Tisch sitzenden , jungen deutschen Paar. Und so fast automatisch wird die Reihe mit leeren Bierflaschen neben unserem Kamikaze-Bayern immer länger...
So, es ist Zeit aufzubrechen, sonst verpasse ich noch den Zug, sage ich mir als richtiger Schweizer. 20 Minuten vor dem Fahrplantermin schleppe ich meine Siebensachen zum Perron. Ich warte die 20 Minuten, dann noch einmal eine Viertelstunde, eine weitere halbe Stunde und dann fährt der leere Zug ein. Wagen 10 und der Sitzplatz 6 werden geentert und von mir aus könnte es los gehen. Aber es vergeht nochmals eine halbe Stunde, bis ich draussen am Fenster den himmlischen Bayern höre, der in meinen Zug einsteigt. Leider nicht in meinen Wagen, denn sonst könnte ich auch genau sagen, wie die Welt zu retten ist.

 Das ist ein thailändischer Zweitklassschlafwagen.

 Das ist mein Bett.
Und so sieht es tagsüber aus.

Der Vollständigkeit halber erwähne ich doch noch, dass wir nicht ganz fahrplanmässig in Nong Khai angekommen sind. Ich durfte über vier Stunden länger Zug fahren - für das selbe Geld!

Nachdem ich mit drei anderen Wagemutigen von einer mittelalterlichen Thaiamazone auf einem gepimpten  Tuktuk zur Grenze nach Laos gebracht wurde, habe ich 10 Dollar in einen laotischen Taxifahrer investiert. Ein gutes Geschäft. Dank ihm ersparte ich mir das Visum, das 35 Dollar gekostet hätte. Vor zwei Jahren waren es noch 30, und weitere zwei Jahre zuvor glaube ich, kostete es 10 Dollar. Galoppierende Inflation nennt man das.

Am Nachmittag habe ich ir dann ein Fahrrad gemietet und habe die überschaubare laotische Hauptstadt erkundet.
Und jetzt: Guet Nacht!

Mittwoch, 16. Januar 2013

Like ...


(Alle Bilder sind anklickbar)


Die digitale Revolution hat offenbar auch Thailand erreicht. Obiges Plakat habe ich in Chinatown in Bangkok entdeckt. Ich kann zwar nicht entziffern, wer da auf Facebook Reklame macht, aber gleich hinter diesem Stand fand das statt:



Sollte ich mich hier als Fan eintragen, wenn ich Schweinefleisch mag?

Aber nicht nur auf dem chinesischen Markt wird man mit "Like" konfrontiert. Vor allem  auch im Skytrain, der oberirdischen Schnellbahn. Viele Thais pflegen während der oft längeren Fahrten ihre Facebook-Profile. Die Liste der Freunde wird abgecheckt, zu Allem und Jedem ein "Like" spendiert und das in einem Tempo, bei dem sich ein europäischer "Non-Nigital-nativ" vorkommt, als lebe er selbst in der Zeitlupenwelt...

Die urbanisierten Thais haben voll vom mobilen  Cyberspace Besitz ergriffen. Noch nirgendwo habe ich so viele Smartphones in Betrieb gesehen wie hier. Auch iPads und andere Tablett-Computer sind in der Öffentlichkeit allgegenwärtig. Und sie werden online eingesetzt. Da hat der eine den Skytrain-Fahrplan offen, daneben turnt er auf Facebook rum und macht sich auf einer weiteren Seite zusammen mit Freunden online daran, eine Mathematikaufgabe zu lösen.

Da bleibt natürlich die direkte Mund-zu-Mund-Kommunikation auf der Strecke. Das könnte unter Umständen daran liegeJ, dass in dieser Millionenstadt nicht Jeder Jeden kennt. Sicher ist, dass sich im "Lötschberger" zwischen Spiez und Frutigen mehr Menschen unterhalten als in Bangkok im Skytrain - obwohl die Thais ein stärker mitteilungsbedürftiges Völkchen sind als die Solothurner oder die Berner Oberländer.

Vor zwei Jahren war ich das letzte Mal in Bangkok. In dieser Zeit haben sich auch die einheimischen  Begleiterinnen der "Farangs" (westliche Ausländer) der neuen Zeit angepasst. Fast jede scheint ihre weiteren "Honeys" mit dem Smartphone zu verwalten. Und die "Girls" zwischen 16 und 45 scheinen damit Erfolg zu haben.

Hier noch ein paar Impressionen von meiner Flussfahrt auf dem Chaopraya, der Bangkok weit mäandernd durchfliesst: Es treffen alt auf neu, arm auf reich, Tradition auf Moderne.





Und dieses Bild ist speziell für meine Yvonne!





Dienstag, 15. Januar 2013

Heiss und Spicy

Tja, der erste Tag im Moloch Bangkok ist Geschichte. Von unter Null Grad im Frutigland auf 32 hier ist ein Unterschied, den ich spüre. Dazu kommen auch die dauernden Kalt-Warm-Duschen. Draussen ist es heiss, aber sobald man ein Geschäft oder ein öffentliches Verkehrsmittel benutzt, wird es frisch, sehr frisch...
Habe es heute ruhig angehen lassen. Zuerst habe ich mir ein Bahnticket nach Nong Khai an der laotischen Grenze besorgt. Ich werde in der Nacht auf den Freitag reisen. Schlafwagen, 2. Klasse, Aircon, ein Bett für mich allein. Danach heisst es auf einen Bus umsteigen bis zur Grenze, dort Visum einholen und mit dem Bus weiter nach Vientiane, der Hauptstadt von Laos. Das Hotel dort habe ich gerade vorher via Internet gebucht.

Weiter habe ich mich in der Computer City, einem Hochhaus, in dem nur Computer und Unterhaltungselektronik verkauft werden, einen Zusatzakku für meine Kamera gekauft, für einen Drittel des in der Schweiz fälligen Preises.

Und dann bin ich gewandert durch die Bangkoker Strassenschluchten, Kilometer um Kilometer ... Ab und zu die U-Bahn genommen oder den Skytrain, die oberirdische Version.

So, und hier noch eine kleine Impression von meinem Verdauungsspaziergang nach einem wirklich hervorragenden, perfekt gewürzten indischen Abendessen. (Bild wie immer anklickbar)